Wie viele Ausländer darf ein Verein in der Brasileirão melden?
Ein Verein der brasilianischen Série A darf höchstens neun ausländische Spieler pro Spielbericht melden. Es gibt keine zusätzliche Begrenzung, wie viele dieser neun tatsächlich gleichzeitig spielen dürfen — die Einschränkung betrifft nur die Liste der verfügbaren Spieler für jedes einzelne Spiel. Die Regel gilt auch 2026, bestätigt vom brasilianischen Fußballverband CBF im Dezember 2025.
Spielbericht ist nicht dasselbe wie Kader
Das ist der Punkt, der am häufigsten für Verwirrung sorgt. Die Grenze von neun gilt nicht für den gesamten Kader eines Vereins, sondern nur für die Liste der Spieler, die für ein bestimmtes Spiel gemeldet werden dürfen.
Konkret bedeutet das:
- Ein Verein kann so viele ausländische Spieler verpflichten und für die Saison registrieren, wie er möchte.
- Für jedes Spiel darf er jedoch nur bis zu neun von ihnen auf den Spielbericht setzen, Startelf und Ersatzbank zusammengerechnet.
- Alle neun gemeldeten Spieler können gleichzeitig in der Startelf stehen, wenn der Trainer das so entscheidet — eine Mindestquote brasilianischer Spieler auf dem Feld gibt es nicht.
Ein Verein mit 12 oder 13 ausländischen Spielern im Gesamtkader verstößt also gegen keine Regel. Das Problem entsteht erst, wenn der Trainer für ein konkretes Spiel einige davon außen vor lassen muss.
Wie sich die Zahl seit 2013 verändert hat
Die Ausländergrenze in Brasiliens höchster Spielklasse ist nicht fest — sie wurde in etwas mehr als einem Jahrzehnt dreimal angehoben, jedes Mal einstimmig von den Série-A-Vereinen im Technischen Rat der CBF beschlossen:
| Zeitraum | Limit pro Spielbericht |
|---|---|
| Bis 2013 | 3 ausländische Spieler |
| 2014 bis 2022 | 5 ausländische Spieler |
| 2023 | 7 ausländische Spieler |
| 2024 bis 2026 | 9 ausländische Spieler |
Der Sprung von sieben auf neun wurde für die Saison 2024 beschlossen, als alle 20 Série-A-Vereine mehr Spielraum für ausländische Verpflichtungen forderten, vor allem aus Südamerika. Seitdem hat sich die Zahl nicht mehr geändert.
Warum die CBF für 2026 bei neun bleibt — und warum eine Kürzung schon diskutiert wird
Am 11. Dezember 2025 bestätigte die CBF beim Technischen Rat der Série A in Rio de Janeiro, dass die Grenze auch 2026 bei neun ausländischen Spielern pro Spielbericht bleibt. Die Vereine argumentierten, bereits unterschriebene Verträge mit ausländischen Spielern machten eine sofortige Reduzierung schwierig.
Die Debatte ist damit aber nicht beendet: Der Verband kündigte an, die Diskussion über eine mögliche Kürzung im Laufe des Jahres mit den Vereinen zu vertiefen. Das Argument für eine Kürzung bleibt dasselbe wie immer — mehr Platz für Spieler aus den brasilianischen Jugendakademien zu schaffen.
Der Fall Vasco da Gama im August 2026
Für Vasco da Gama wurde die Grenze während des Sommer-Transferfensters ganz konkret. Am 22. August 2026 bestätigte der Verein, dass er im Endspurt des Transferfensters brasilianische Verstärkungen priorisiert, nachdem der Kader mit den Verpflichtungen des argentinischen Mittelfeldspielers Santiago Sosa und des Stürmers Facundo Colidio auf zehn ausländische Spieler angewachsen war — einen mehr, als die neun erlaubten Plätze auf dem Spielbericht zulassen.
Das zwingt den Verein nicht, sich von jemandem zu trennen, und verstößt beim Gesamtkader gegen keine Regel — bedeutet aber, dass bei jedem Spieltag ein ausländischer Spieler vom Spielbericht gestrichen werden muss. Deshalb richtete die Vereinsführung die Suche nach Verstärkungen im letzten Abschnitt des Transferfensters — das am 11. September 2026 schließt — auf den heimischen Markt aus, mit Stürmer Bruno Duarte unter den geprüften Namen.
Das ist ein klares Beispiel dafür, wie eine ligaweite Kaderregel echte Transferentscheidungen bei einem großen Verein prägt: Mehr als neun ausländische Spieler zu haben ist nicht illegal, schafft aber ein wiederkehrendes Management-Problem bei jeder Kadermeldung.
Kurze Fragen zur Regel
Gilt das Limit nur für die Série A? Ja, diese spezifische Grenze stammt aus dem Wettbewerbsreglement der Série A. Andere CBF-Wettbewerbe haben eigene Reglements, die andere Zahlen festlegen können.
Zählt ein eingebürgerter brasilianischer Spieler zum Limit? Die Regel basiert auf der bei der CBF registrierten Sportnationalität des Spielers. Einbürgerungsfälle folgen eigenen Kriterien des Verbands, daher lohnt sich vor Rückschlüssen zu einem bestimmten Spieler immer ein Blick ins aktuelle Wettbewerbsreglement.
Kann sich das Limit 2026 noch einmal ändern? Möglich ist es. Die CBF hat bereits angekündigt, mit den Vereinen im Laufe des Jahres über eine Kürzung zu diskutieren. Bis dahin bleibt die offizielle Zahl bei neun.
Eine weitere CBF-Regel, die oft für Verwirrung sorgt: wie lange ein Torwart den Ball in den Händen halten darf, bevor es Eckball für den Gegner gibt.