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Darwin Núñez, Taremi und Partey: Was der saudische Transfermarkt im August 2026 bewegte

Veröffentlicht am
Lesezeit 5 min
Redaktionelle Illustration von Fußballer-Silhouetten, die sich zwischen stilisierten Stadien bewegen, als Sinnbild für den Transfermarkt

Zwischen dem 21. und 23. August 2026 wechselten drei bekannte Namen aus dem europäischen Fußball den Verein am Golf: Darwin Núñez verließ Al-Hilal auf Leihbasis, Thomas Partey unterschrieb bei Al-Shabab, und Mehdi Taremi ging entgegen vieler Schlagzeilen gar nicht nach Saudi-Arabien, sondern in die Vereinigten Arabischen Emirate. Was in jedem Fall wirklich geschah, im Überblick.

Darwin Núñez: von Liverpool zur internen Leihe in der saudischen Liga

Im August 2025 zahlte Al-Hilal an Liverpool eine anfängliche Ablöse von 53 Millionen Euro für Darwin Núñez, bei einem Dreijahresvertrag. Ein Jahr später, am 21. August 2026, genehmigte der Al-Hilal-Vorstand unter Vorsitz von Prinz Nawaf bin Saad die Ausleihe des uruguayischen Stürmers an Al-Diriyah, einen Klub, der seine erste Saison überhaupt in der saudischen Topliga bestreitet.

Die Leihe läuft bis zum Ende der Saison 2026/27 und enthält keine Kaufoption: Al-Diriyah hat den Spieler für ein Jahr, ohne Verpflichtung oder Recht, ihn danach fest zu übernehmen. Wer während der Leihe Núñez’ Gehalt trägt — geschätzt auf rund 15 Millionen Euro jährlich —, darüber sind sich saudische Medien uneinig: Manche Berichte sprechen von voller Übernahme durch Al-Diriyah, andere von einer Aufteilung zwischen beiden Klubs. Da sich die Quellen widersprechen, bleibt dieses Detail offen, bis einer der Klubs die finanziellen Bedingungen offiziell bestätigt.

Das Ziel sticht heraus, weil Al-Diriyah kein gewöhnlicher Aufsteiger ist: Der Klub trägt den Namen der Stadt, in der 1727 der erste saudische Staat gegründet wurde, und gab sein Erstligadebüt mit einer knappen Niederlage gegen Al-Ahli. Einen 53-Millionen-Euro-Stürmer an einen Debütanten zu verleihen, ist eine Wette auf Spielzeit und Sichtbarkeit für den Spieler — und stärkt nebenbei einen Aufsteiger, ohne dass jemand verkauft werden muss.

Thomas Partey: von der aufgelösten Villarreal-Option zu Al-Shabab

Der ghanaische Mittelfeldspieler Thomas Partey nahm einen anderen Weg nach Saudi-Arabien. Er verließ Arsenal im August 2025 nach fünf Spielzeiten und unterschrieb bei Villarreal für ein Jahr mit Option auf eine weitere Saison. Der spanische Klub zog diese Option nicht, sodass Partey Ende Juni 2026 vertragslos war.

Am 21. August 2026 gab Al-Shabab seine Verpflichtung ablösefrei bekannt, da er ohne Vertrag kam. Der Vertrag läuft über ein Jahr, das Gehalt wird auf rund 4,5 Millionen Dollar jährlich beziffert. Es ist das erste Mal in seiner Profikarriere, dass Partey außerhalb Europas spielt.

Ging Taremi nach Saudi-Arabien? Nein — er wechselte in die Emirate

Ein großer Teil der Verwirrung um dieses Transferfenster geht auf einen AFC-Bericht (des asiatischen Fußballverbands) zurück, der Núñez’ Leihe zu Al-Diriyah und Taremis Wechsel zu einem Klub namens Al Wasl im selben Text zusammenfasste. Das Problem: Es gibt mehr als ein “Al Wasl” in der Region, und der Klub, der den Iraner verpflichtete, sitzt in Dubai, in der Liga der Vereinigten Arabischen Emirate — nicht in Saudi-Arabien.

Taremi, 34, spielte bei Olympiacos und wechselte zu Al Wasl, nachdem der emiratische Klub seine Ausstiegsklausel von 1,5 Millionen Euro zog. Er unterschrieb bis zum 30. Juni 2027 und kehrt nach sieben Spielzeiten in Europa — bei Rio Ave, Porto, Inter Mailand und Olympiacos — in den asiatischen Fußball zurück.

Kurz gesagt: Wer Taremis Namen neben Núñez und Partey sah und annahm, alle drei seien im selben Land gelandet, lag falsch. Die ersten beiden wechselten innerhalb Saudi-Arabiens den Verein; Taremi tauschte Griechenland gegen die Emirate.

Das Muster hinter den saudischen Transfers

Vergleicht man die drei Fälle, zeigt sich ein Wandel gegenüber dem, was die saudische Liga bis vor Kurzem vor allem tat: Stars direkt und teuer aus Europa zu importieren, wie Al-Hilal es 2025 selbst mit Núñez tat. Jetzt läuft ein Teil der Bewegung intern ab: Al-Hilal verkaufte Núñez nicht und holte auch keinen europäischen Ersatz, sondern verlagerte ihn schlicht zu einem Ligakonkurrenten, der für seine erste Erstliga-Saison einen bekannten Namen brauchte. Al-Shabab wiederum sparte sich jede Ablöse und schnappte sich einen international erfahrenen Spieler, der in Europa vertragslos wurde.

SpielerVerließWechselte zuArt des DealsDauer
Darwin NúñezAl-Hilal (Saudi-Arabien)Al-Diriyah (Saudi-Arabien)Leihe, ohne KaufoptionBis Ende 2026/27
Thomas ParteyVillarreal (Spanien)Al-Shabab (Saudi-Arabien)Ablösefreier Transfer1 Jahr
Mehdi TaremiOlympiacos (Griechenland)Al Wasl (Vereinigte Arabische Emirate)Fester TransferBis Juni 2027

Wer einen anderen Markt verfolgt: Hier steht, wann Brasiliens Transferfenster 2026 schließt und was danach passiert — der Golf folgt einem eigenen Registrierungskalender, weshalb saudische und emiratische Klubs auch dann noch aktiv bleiben, wenn die großen europäischen Fenster längst zu sind.

Häufige Fragen

Gehört Darwin Núñez noch zu Al-Hilal? Ja. Sein Vertrag mit Al-Hilal läuft bis 2028; die Leihe zu Al-Diriyah überträgt nur das Einsatzrecht bis Ende 2026/27, ohne Kaufoption.

Spielt Taremi in derselben Liga wie Núñez und Partey? Nein. Núñez und Partey spielen in der Saudi Pro League. Taremi spielt in der Liga der Vereinigten Arabischen Emirate, bei Al Wasl in Dubai.

Wie viel zahlte Al-Shabab für Partey? Keine Ablöse — er kam ablösefrei, mit einem Einjahresvertrag und einem Gehalt von schätzungsweise 4,5 Millionen Dollar jährlich.