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Teams nach Position Auslosen: Torwart, Abwehr, Mittelfeld, Angriff

Veröffentlicht am
Lesezeit 7 min
Amateurfußballer nach Position gruppiert auf einem Platz, bevor die Teams eingeteilt werden

Nach Position auslosen bedeutet, die Spieler in Gruppen einzuteilen — Torhüter, Verteidiger, Mittelfeldspieler, Stürmer — und innerhalb jeder Gruppe zu losen, bevor die Teams zusammengesetzt werden. Erst danach werden die Gruppen zusammengeführt. Genau dieses Detail verhindert das klassische Problem einer rein zufälligen Auslosung: ein Team landet ohne Torwart, während das andere vier Stürmer hat, die sich um denselben Ball streiten.

Warum eine rein zufällige Auslosung scheitert

Wenn du alle Namen in einen Topf wirfst und ohne Trennung nach Position auslost, hängt das Ergebnis allein vom Zufall ab — und bei wenigen Spielern pro Rolle liegt der Zufall häufiger daneben, als man denkt.

Ein konkretes Beispiel: 14 Spieler, davon 2 Torhüter, aufgeteilt in zwei Teams zu je 7 mit einer rein zufälligen Auslosung. Legt man den ersten Torhüter in ein Team fest, bleiben 13 freie Plätze, von denen 6 zu seinem Team gehören. Die Wahrscheinlichkeit, dass der zweite Torhüter im selben Team landet, liegt bei 6/13 — fast 46 %. Das heißt: In fast jeder zweiten zufälligen Auslosung mit diesen Zahlen bekommt ein Team zwei Torhüter und das andere keinen.

Gibt es in der ganzen Gruppe nur einen Torhüter, ist das Problem nicht mehr eine Frage der Wahrscheinlichkeit — es ist garantiert: Eines der beiden Teams startet ohne echten Torhüter, egal wie oft man neu auslost.

Dieselbe Logik gilt für Stürmer und Verteidiger. Bei wenigen Spielern pro Rolle konzentriert der Zufall, statt zu verteilen.

Die Methode: geschichtete Auslosung nach Position

Der Fachbegriff ist “geschichtete Stichprobe”, in der Praxis aber einfach:

  1. Teile die Spieler in Positionsgruppen ein. Torhüter in eine Gruppe, Verteidiger in eine andere, Mittelfeldspieler in eine weitere, Stürmer in eine letzte. Spielt jemand mehrere Positionen, ordne ihn der Gruppe zu, in der er an diesem Tag am häufigsten spielt.
  2. Lose innerhalb jeder Gruppe, nicht gruppenübergreifend. Mische die Torhüter untereinander, die Verteidiger untereinander, und so weiter.
  3. Verteile abwechselnd auf die Teams, eine Gruppe nach der anderen. Der erste ausgeloste Torhüter geht zu Team A, der zweite zu Team B; der erste ausgeloste Verteidiger geht zu Team A, der zweite zu Team B, der dritte wieder zu Team A, und so weiter.
  4. Führe die Gruppen zusammen. Jedes Team erhält seinen proportionalen Anteil jeder Position — kein Team steht ohne Torwart da, keines wird zur reinen Angriffsmannschaft.

Praktisches Beispiel

Eine Gruppe von 14 Spielern für zwei Teams zu je 7, mit ausgewogener Zusammensetzung:

PositionGesamt in der GruppeTeam ATeam B
Torwart211
Abwehr422
Mittelfeld422
Angriff422

Jedes Team endet mit 7 Spielern und derselben Struktur: ein Torwart, zwei Verteidiger, zwei Mittelfeldspieler, zwei Stürmer. Wer aus jeder Position zu welchem Team geht, bleibt weiterhin Zufall — nur die Struktur ist nicht mehr dem Zufall überlassen.

Wenn die Gruppe sich nicht glatt aufteilen lässt

In der Praxis kommt eine Gruppe von Freunden selten mit genau der Zahl je Position an, die sich sauber durch zwei teilen lässt. Hast du 5 Mittelfeldspieler für zwei Teams, bekommt eines 3 und das andere 2 — daran führt kein Weg vorbei.

Der fairste Umgang mit dem Rest ist:

  • Lose auch aus, welches Team den zusätzlichen Spieler bekommt, statt es nach Bequemlichkeit zu entscheiden.
  • Wechsle wöchentlich, wer den Überschuss bekommt, wenn es sich um eine feste Gruppe handelt. Bekam Team A heute den zusätzlichen Mittelfeldspieler, bekommt Team B den nächsten Überschuss in der Folgewoche.
  • Gibt es bei mehr als einer Position einen ungeraden Rest, kann man erwägen, einen Grenzfall-Spieler in eine Nachbargruppe umzustufen (ein defensiver Mittelfeldspieler kann etwa in die Abwehrgruppe wechseln), nur um die Zahlen aufgehen zu lassen — solange niemand gezwungen wird, außerhalb dessen zu spielen, was er kann.

Der Torwart-Fall: die Position, die am meisten eine eigene Regel braucht

Beim Torwart scheitert die zufällige Auslosung am häufigsten, weil es in der ganzen Gruppe meist nur einen oder zwei gibt. Ein paar Szenarien und wie man sie löst:

  • Zwei Torhüter für zwei Teams: der einfache Fall — einer pro Team, ausgelost zwischen beiden, um zu entscheiden, wer wohin geht.
  • Nur ein Torwart: lose aus, welches Team ihn behält. Das andere Team braucht einen Freiwilligen aus dem Feld, oder beide Teams teilen sich den Torwart halbzeitweise auf — er spielt die erste Halbzeit für das eine Team und die zweite für das andere.
  • Kein gemeldeter Torwart: frage vor der Auslosung nach einem Freiwilligen oder lose die Rolle unter den Verteidigern aus, die bereit sind, im Tor zu stehen. Wechsle die Rolle zwischen den Spielen, damit nicht immer dieselbe Person im Tor hängen bleibt.
  • Drei Torhüter für zwei Teams: ein Team bekommt zwei. Der Ersatztorwart spielt im Feld (meist Abwehr) oder beide teilen sich die Halbzeiten innerhalb desselben Teams.

Minimale Besetzung je Position, je nach Spielformat

Es gibt keine Verbandsregel dazu, wie viele Spieler jede Position bei einem Freundschaftsspiel braucht — das wird unter den Spielern vereinbart. Was sich je nach Format ändert, ist die Gesamtgröße des Teams, und daraus lässt sich eine Mindestverteilung ableiten, die keinen Bereich leer lässt:

FormatVollständiges TeamTorwartAbwehrMittelfeldAngriff
Elferfußball (Großfeld)1113–43–42–3
Siebener-Fußball7122–31–2
Kleinfeld auf Kunstrasen (6–7, je nach Platzgröße)6–71221–2

Diese Zahlen sind ein Ausgangspunkt, keine Zwangsjacke. Eine Gruppe, die immer mit mehr Stürmern und weniger Verteidigern spielt, kann einfach eine andere Aufteilung vereinbaren — wichtig ist, dass beide Teams untereinander dieselbe Struktur haben, nicht dass sie einer externen Tabelle folgen.

Position mit Spielstärke kombinieren

Die Auslosung nach Position löst die Teamstruktur, aber nicht das Stärkegleichgewicht — man kann trotzdem zwei sehr unterschiedlich starke Torhüter in gegnerischen Teams landen. Nach der geschichteten Auslosung nach Position lohnt sich ein zweiter Filter nach Spielstärke innerhalb jeder Gruppe, damit sich die stärksten Spieler jeder Position nicht im selben Team konzentrieren. Der Artikel Wie man Fußballteams ausgleicht erklärt diesen zweiten Schritt mit einem Stufensystem.

Die Position beim Teamaufbau zu ignorieren, ist übrigens einer der häufigsten Fehler von Organisatoren — der Artikel 5 häufige Fehler bei der Teamzusammenstellung im Fußball behandelt diesen und weitere wiederkehrende Probleme.

Wenn du bereits weißt, wer auf welcher Position spielt, und nur noch die Einteilung selbst brauchst, übernimmt der Team-Auslosungsgenerator von Squadb die geschichtete Auslosung automatisch und berücksichtigt dabei Position und Spielstärke gleichzeitig.

Häufige Fragen

Dauert die Auslosung nach Position länger als eine gewöhnliche Auslosung? Etwas mehr Zeit braucht die Vorbereitung — die Spieler müssen zuerst nach Position gruppiert werden —, aber die Auslosung selbst ist genauso schnell. Der Unterschied zeigt sich im Ergebnis, nicht im Zeitaufwand.

Was, wenn ein Spieler auf zwei Positionen gut ist? Ordne ihn der Gruppe zu, die das Team an diesem Tag am meisten braucht, nicht unbedingt der, die er bevorzugt. Das hilft, unterbesetzte Gruppen aufzufüllen.

Lohnt sich die Auslosung nach Position bei kleinen Gruppen, etwa 8 Spielern? Da lohnt sie sich sogar noch mehr. Je kleiner die Gruppe, desto größer die Auswirkung, wenn ein einzelner Torwart im falschen Team landet — die Wahrscheinlichkeitsrechnung der zufälligen Auslosung wird mit weniger Spielern schlechter, nicht besser.